Bioenergiedörfer Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Biomasse als Energieträger

Biomasse ist in pflanzlicher Form gespeicherte Sonnenenergie. Wir kennen sie als Energieträger in Form von Holz, Stroh, Gräsern, Getreidepflanzen und zucker- oder ölhaltigen Pflanzen. Aber auch die Wirtschaftsdünger Gülle und Stallmist sind im Sinne der Definition Biomassen, ebenso wie Bioabfälle, Klärschlämme und Deponiegase.

Zur Umwandlung der Biomasse in Energie gibt es viele verschiedene so genannte Konversionspfade:

Verkohlung (Kohle), Vergasung (Produktgas), Pyrolyse (Pyrolyseöl), Pressung/Extraktion (Pflanzenöl), Pressung/Extraktion mit anschließender Umesterung (Pflanzenölmethylester, "Biodiesel"), alkoholische Gärung (Ethanol), anaerober Abbau (Biogas), aerober Abbau (Kompost). Mit Ausnahme des Komposts werden die Produkte der genannten Konversionswege durch anschließende Verbrennung in nutzbare Energie umgewandelt (Wärme, Kraft, Bewegung).

Inwiefern trägt die Energiegewinnung aus Biomasse zum Klimaschutz bei?
Bei der Verbrennung von Biomasse wird im Wesentlichen nur die Menge des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt, die die Pflanzen zuvor im Wachstum gebunden haben. Im darauffolgenden Wachstumszyklus bauen neue Pflanzen dieses CO2 wieder in ihre Biomasse ein. Insofern ist die CO2-Bilanz bei der Verbrennung von Pflanzen oder den aus ihnen gewonnenen Energieträgern weitgehend ausgeglichen. Hinzu gerechnet werden muss aber der Energieaufwand für Anbau, Ernte, Umwandlung und Transport der Pflanzen und Energieträger.

2030 können 17,4 Prozent unseres Primärenergiebedarfs aus einheimischer Biomasse gewonnen werden (Berechnung FNR)
Strohballenmiete (Quelle: Fotolia/Antonio Priston)

Potenziale

Biomasse ist nahezu unerschöpflich, denn ihre jährliche Bildung auf unserem Planeten übersteigt den Bedarf der Menschheit an Energie um das Fünf- bis Sechsfache. Natürlich kann nur ein Teil der aufwachsenden Biomasse aus ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Gründen tatsächlich genutzt werden. Dennoch sind die Potenziale immens.

Biomasse trägt in Deutschland zukünftig maßgeblich zur Energieversorgung bei. Bis zu 23 % des Bedarfs an Wärme, Strom und Kraftstoffen kann sie 2050 decken. Holz, Energiepflanzen, Stroh und Biogas bieten das Potenzial, einen erheblichen Teil unserer Energie nachhaltig zu erzeugen.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, künftig noch mehr Biomasse oder aus Biomasse gewonnene Energieträger zu importieren. Die Abhängigkeit von den Lieferanten ist dabei weniger gravierend als bei fossilen Ressourcen, da zum einen eine größere Auswahl an Lieferländern besteht und zum anderen Biomasse keiner zunehmenden Verknappung unterliegt.

Hintergrundinformationen

Die Hintergrundinformationen zur Berechnung der Potenziale sind abrufbar über die Pressemitteilung zur Grafik.

Animation Bioenergiepotenziale in Deutschland im Jahr 2050

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe hat die einheimischen Bioenergiepotenziale in Deutschland im Jahr 2050 abgeschätzt. Die Animation zeigt, wie sich die Potenziale zusammen setzen.

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